Sonntag, 26. April 2015

Viele Wege führen nach Rom ...

(ein kleiner Einblick in mein "Travel Book")

... oder nach Port Hedland.

Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, einen kleine Plausch mit Australiern zu halten, beispielsweise an einer Supermarktkasse, beim Warten an einer Ampel oder in der frühen Kaffeepause - "smoker" genannt - mit den Kollegen, ergibt sich die wunderbare Gelegenheit die besten Tipps fürs Reisen zu erhalten. Überhaupt ist es hier viel einfacher mit völlig Fremden ins Gespräch zu kommen, da der allgemeinen Grußformel "Hello, how 're ya?", meist schnell ein "Where 'ya from" und "How long 've ya been in 'Stralia" angeschlossen wird und schon ist das Eis gebrochen, denn die Australier lieben ihr Land - zu recht. Es ist ganz ausgeschlossen alle Tipps in der Reiseplaung zu berücksichtigen, außer die Reise soll ein halbes Jahrhundert in Anspruch nehmen. Doch, und das ist der Vorteil, wenn man sich die nötigen Informationen nicht aus dem Internet, sondern von Angesicht zu Angesicht holt, kann man sein Gegenüber fragen, warum ein bestimmter Ort so empfehlenswert ist und was der jeweiligen Person besonders gut gefallen hat. Die Auswahl fällt dennoch schwer, vor allem, wenn nur ein bestimmtes Zeitfenster zum Reisen zur Verfügung steht. 
In meinen Fall ist genau das der Fall, ich möchte innerhalb von drei Wochen von Perth nach Port Hedland reisen und möglichst viel sehen, dort werde ich meine Reiserkasse ein weiteres Mal auffüllen. Aus diesem Grund habe ich mir eine "Bucket List" angelegt, eine kleine, große Liste, mit allem, was ich erlebt und gesehen haben will, bevor ich den Weg zurück nach Europa antrete. 
Bis es soweit ist, stehen mir jedoch, hoffentlich, noch viele Abenteuer bevor.

hugs'n'kisses
kate


Sonntag, 19. April 2015

"It's a mans, mans, mans world"

(tägliches Fitnesstraining im Bush)



Ein sechs Wochen Trainingsplan:
Trainier fünf Tage und pausiere anschließend zwei;

Tag 1
7:00 – 9:00 Military Press (300 Wiederholungen)
Stärkt Schultern, Ober- und Unterarme sowie Brust- und Rückenmuskulatur
  • Füße hüftbreit auseiander
  • Gewicht von 15kg in Hüfthöhe halten
  • Bauch anspannen
  • Arme mit dem Gewicht nach oben strecken

9:30 – 12:00 Kickboxen (15 Einheiten mit je 2 Minuten Pause)
Fördert die Ausdauer, stärkt Arm-, Rumpf- und Beinmuskulatur
  • Kräftige Ellenbogen- und Kniestöße
  • Seitliche Schläge mit der flachen Hand
  • Gezielte kräftige Tritte mit dem Fuß

13:00 – 15:00 Curl and Press (300 Wiederholungen)
Stärkt Rumpf, Oberarm- und Schultermuskulatur 
  • Füße hüftbreit auseinander
  • Je 8kg Gewicht pro Arm halten
  • Arme seitlich an den Körper pressen
  • Beide Unterarme gleichzeitig zu den Schultern beugen
  • Beide Arme gleichzeitig nach oben strecken

15:00 – 16:00 Streching|Yoga
  • Mountains with arms raised
  • Reverse lunge with back extension
  • Sunrise

Tag 2
7:00 – 9:00 Kickboxen (15 Einheiten mit je 2 Minuten Pause)
9:30 - 12:00 Kickboxen (12 Einheiten mit je 2 Minuten Pause)
13:00 – 15:00 Powerwalking
15:00 – 16:00 Streching

Tag 3
7:00 – 9:00 Curl and Press (300 Wiederholungen)
9:30 – 12:00 Military Press (225 Wiederholungen)
13:00 – 16:00 Curl and Press (300 Wiederholungen)
...

Kann ein normal trainierter Mensch dieses Programm über Wochen absolvieren? – Yes you can! … Voraussetzung, ein eiserner Wille. Zugegeben, hätte mir jemand vor nunmehr sieben Wochen erzählt, dass ich das obige Workout sechs Wochen meistern werde, oder es überhaupt nur länger als zwei Tage in Folge durchstehen werde, ich hätte ihn vermutlich für vollkommen verrückt erklärt! Mittlerweile sieht mein Alltag - mein alltäglicher Arbeitsalltag – ebenso aus. Dahinter steckt jedoch kein privater Fitnesstrainer, kein Bootcamp und kein schickes Fitnessstudio, sondern eine Mulch Farm mitten im Australischen Bush. 
So kommt es, dass es sich bei den Gewichten um „Mulch bags“ handelt, die im Akkord auf Paletten gestapelt werden wollen, und der tägliche Kickboxing-Gegner ist ein 1000 Liter „Bulk Bag“. Wahlweise ist dieser Bulk Bag mit Mulch oder „Piggy Post“ gefüllt. Es handelt sich laut Beschreibung um einen Job, der kaum staubiger, streng riechender und  physisch anstrengender sein könnte: „it’s a smelly, dirty and heavy job, candidates must be physically fit“. Kein Wunder also, dass ich in der ersten Woche täglich von meinen ausschließlich männlichen „Mates“ gefragt wurde, warum ich mich für ausgerechnet diesen Job entschieden habe. Die Antwort war jedes mal die selbe, weil ich zu Hause niemals die Möglichkeit haben werde, diese Erfahrungen zu machen und diese Art von Arbeit auszuprobieren.

In diesem Sinne: „This is a mans world, but it would be nothing without a women or a girl. You see, man made the car to take us over the road, man made the train to carry the heavy load, man made the electrolight to take us out of the dark, man made the boat full of water like noah made the arc. […] And after man make everything he can, you know that man makes money to buy from other man. This is a mans world, but it would be nothing, not one little thing without a women or a girl.“ (James Brown)

hugs'n'kisses
kate

Sonntag, 12. April 2015

Host oder Hostel?

(Vier verschiedene Wohnmodelle in nur vier Wochen)


Das Bereisen fremder Orte bringt zwangsläufig die Frage nach einer Bleibe mit sich. Die Möglichkeiten scheinen beinahe grenzenlos und reichen von Ferienwohnung und Hotel zu Flatshare und B&B. Möglicherweise ist Air B&B das Richtige, eventuell aber auch ein Hostel? Schließlich gibt es auch noch das sogenannte Wwoofing, oder doch völlig frei und unabhängig Campen? Alle Möglichkeiten bringen Vor- und Nachteile mit sich, abhängig vom örtlichen Angebot, der eigenen finanziellen Situation und natürlich von den persönlichen Zielen und den angeknüpften Erwartungen an diese Unterkünfte. Ob letztere erfüllt werden, ist dann wieder eine ganz andere Frage, die trotz bester Recherche, meist doch nur von Glück und Schicksal abhängig ist.
Ferienhausbewohner versprechen sich mutmaßlich eine tolle Zeit genau an diesem begrenzten Fleckchen Erde, typische Hotel Bewohner möchten sich vielleicht gerade nicht von alltäglichen Aufgaben aufhalten und sich lieber verwöhnen lassen. Ebenso scheint es mit B&B Gästen, jedoch mögen sie es gemütlich und eher familiär. Flatshare verspricht längerfristige Kontakte zu den "Natives", Air B&B kurzfristige. Wwoofing bietet die Möglichkeit, für Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten und ein Teil der Gemeinschaft zu werden. Campen verspricht Freiheit, Abenteuer und traumhafte Natur. Auch ein Hostel kann abenteuer(lich) sein, manchmal ein Traum und auch mal ein Alptraum. Es bietet die Möglichkeit, schnell Anschluss zu finden, da ein Zimmer meist von sechs bis acht Personen geteilt wird.
Das gute am Reisen ist, dass es einem erlaubt, einfach weiter zu ziehen, wenn es einem nicht (mehr) gefällt. Es gibt kein einschränkendes Zeitfenster von ein oder zwei Wochen und auch kein Muss, an einem bestimmten Ort zu bleiben. Schließt sich die eine Tür, öffnet sich stets eine andere. Entpuppt sich, beispielsweise, das  als "cosy Character Home" angepriesene Air B&B Zimmer als Mausefalle, stehen dem Reisendenden genügend andere Türen offen. Manchmal gehören diese Türen zu einer Farm in mitten grüner Hügel, die Natur und Wildnis versprechen. Besondere Türen öffnen einem einen Ort, an dem Fremde zu Bekannten, Bekannte zu Freunden und Freunde zu einer Art Familie werden. Und wieder ein anderes mal verbirgt sich hinter der Tür ein "acht Personen Messi-Dorm". Dann heißt es, entweder Zähne zusammen beißen bis alle Highlights der Region erkundet sind, oder weiter ziehen. 
Fremantle hat mindestens ein solches Sahneschnittchen von Hostel in petto. Doch außerhalb dieser Bleibe hat die Stadt so viel Charme, dass es sich lohnte kurzzeitig die Zähne zusammenzubeißen. "Freo", ein pitoresker Ferienort, bietet weiße Sandstrände, eine urige Kneipenkultur, den sehenswerten Fremantle Market, Strandbars und kleine Restaurants, in denen Sonnenuntergangs-Jünger und Fisch-Gourmets auf ihre Kosten kommen, ein Yacht- und Fährhafen sowie die Nähe zu Rottnest Island, der Heimatinsel der kleinen Quokkas. 
Rottnest Island lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden, welches ausgeliehen sowie mitgebracht werden kann. Eine Inselumrundung dauert etwa drei Stunden und bedeutet 22km tapfer Berg auf und ab strampeln. Belohnt wird diese Anstrengung kontinuierlich mit atemberaubend schönen Stränden, glasklarem, türkisfarbenen Wasser, wilder Natur und bei einem bisschen Glück mit einem Quokka-Küsschen.

hugs' n'kisses
kate