Samstag, 25. Juli 2015

„It’s ment to bee“

(Die Junggesellen vor der Küste in Broom)

So, wie es manchmal einfach nicht sein soll, so entscheidet das Schicksal ein anderes mal, dass du genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist. Fortuna ist guter Laune und das Meer still wie ein Ententeich, als ein kräftiges Schnauben mich aus meinen Gedanken reißt. Ein weiterer Traum wird war: zwei Buckelwal Teenies tauchen direkt neben meinem Boot auf. Es wirkt, als ob sie aus dem Wasser schauen, ihre Finne teilt langsam und leise die Wasseroberfläche, mit einem lauten „Platsch" schmettern sie die Schwanzflosse zum abtauchen in die Luft und plötzlich ist die See um das Boot herum gar nicht mehr so still. Die beiden tauchen unter dem Boot durch, um das Boot herum und wieder unter ihm. Es scheint ihnen Spaß zu machen mit dieser 15 Meter langen Nussschale zu spielen. Sie ist so groß wie sie selbst und schaut aus Walperspektive vermutlich wie ein Spielgefährte aus. 
Broome gilt als Kinderstube der Buckelwale. Jedes Jahr im Australischen Herbst und Winter ziehen sie aus der Antarktis hier an die Kimberly Küste, um ihren Jungen aufzuziehen. 
Als die zwei weiterziehen ist die See wieder ganz ruhig, keine Welle, kein Wind – „Ententeich", so sagen die Taucher. Aus der Ferne heben sie ein letztes mal die Schwanzflosse aus dem Wasser, macht es gut ihr Lieben, passt auf euch auf!
Auch mein Boot zieht nun weiter, auf Wiedersehen!

hugs'n'kisses
kate





Samstag, 18. Juli 2015

Die Uhren nach Broomezeit stellen

(Kein Filter, kein Photoshop, sondern 
pures Australien am Cable Beach)



Nach einer sechsstündigen Fahrt von der Arbeiterstadt ins Urlaubsparadies, sitze ich wie eine Schildkröte im Bus, meinen Backpack trage ich wie einen Panzer auf dem Rücken. In ihm mein ganzes Hab und Gut, so ist das Nomadenleben, welches ich von nun an ganze zehn Wochen genießen werde.
Das Bett im Hostle habe ich noch nicht ganz bezogen, da bin ich schon mit meiner „Roommate“ zum Abendessen und anschließender Livemusik in einer Bar verabredet. Es ist Broomezeit, Zeit zum relaxen, feiern und Sonne tanken. Die Uhren ticken hier ein bisschen anders „No worries, it's Brooetime mate!“
Samstags und Sonntags ist der Courthous Market einen ausgiebigen Besuch wert. Lokale Kust und Leckereien werden hier angeboten, knorrige Bäume bieten Schatten und das alte Courthose eine tolle Kulisse. Wir essen Fruchtsorbet und hören den urigen Klängen eines Didgeridoos zu. Ein toller Tag, eine fabelhafte Zeit - Broometime!


hugs'n'kisses
kate

Samstag, 4. Juli 2015

Der Nordwind ruft 

Aufbruchstimmung in Port Hedland

 (Wildblumen an der Strandpromenade)
 (Sunset in Port Hedland)
("Low Tide" am Strand)


Nach acht Wochen langer Arbeitstage und kurzer Nächte, ist es an der Zeit meinen 12/7 Job im Housekeeping und Kellnern zu beenden und weiter zuziehen, um so viel wie möglich vom fünften Kontinent zu sehen. Erstes Etappenziel soll Darwin sein, der Startpunkt Broome.
Broome ist bekannt durch die großen Perlenfarmen, Kamelritte am Cable Beach und seine spektakulären Sonnenuntergänge an eben diesem. Außerdem kann man hier, wenn die Ebbe das Meer weit genug hinaus zieht, Dinosaurier Fußabdrücke sehen. 
Von Broome aus geht es in die Wildnis, Auftakt wird der berühmte Prison Tree in Derby sein, von dort aus möchte ich die Gibb River Road entlang fahren. Ein Abstecher über die Bungle Bungles im Purnululu Nationalpark verspricht kalte Nächte im Swag, unter freiem Sternenhimmel, und Abenteuer pur. Ein weiteres Ziel wird der Lake Argyle sein, ein riesiges Frischwasser Reservoir.
Ich sitze am rosaroten Strand von Port Hedland, habe Sand unter meinen Füßen und ein kräftiger Nordwest-Wind zerzaust meine Haare, er bringt Grüße von zuhause und fordert mich auf, weiter zuziehen.
Lebwohl Port Hedland, willkommen wildes Australien!

hugs'n'kisses
kate

Mittwoch, 24. Juni 2015

Von Perth bis nach Port Hedland


Stromaloiten
Kalbarri National Park
Monkey Mia
Lancelyn
Pinnacle Desertierte
Kalbarri National Park
Shell Beach

Exmouth

Karijini National Park

3500 km Westküste habe ich nun von Perth bis nach Port Hedland in dem roten Auto - "Red Dog" - zurückgelegt: Camping, eine Strandhaus a la "Charly Harper" und eine regnerische Nacht im Auto - Highway, Gravel Road und Sandpisten - Fünf Wasserlöcher, Schlamm und Steine - der 4WD macht sich bezahlt - grüne Hügel, üppige Bäume, dichte Sträucher und karge Wüstenlandschaft - Rot, Gelb, Oker und Weiß, Blau, Schwarz - unendliche Weite und beschützte Süßwasserpools - eine Wasserfalldusche!

hugs'n'kisses
kate

Sonntag, 17. Mai 2015

South West Australia

Denmark - Margarita River - Busselton

(Valley of Giants, Busselton, 
Busselton Jetty, Margeritriver, 
Valley oft Giants, Valley oft Giants)

Etwa viereinhalb Stunden südöstlich von Perth liegt Denmark, das erste Ziel eines "Roadtrip down south". Tatsächlich erinnert einen die Region auch an das Dänemark in Europa. Riesige grüne Wälder mit gigantischen Bäumen, saftig grüne Wiesen, auf denen Kühe und Schafe weiden, blau-weiße Häuser aus Holz und eine kühle, frische Meeresbriese - zumindest im australischen Herbst, zu dem auch der Monat Mai gehört. 
Ein echtes Erlebnis der Region ist der "Tree Top Walk" im "Valley of Giants". Hier führt zunächst eine riesige Stahlhängebrücke hinauf in die Wipfel der Baumgiganten und ermöglicht einem die Welt einmal ganz bequem aus der Vogelperspektive zu genießen. Verweilt man ruhig an einem der vier Aussichtsplattformen, gesellt sich hier und da auch einer der winzigen Vögel zu einem. Ein Blick nach unten lässt einem bewusst werden, wie riesig diese Bäume sind. 
Im Anschluss an den Ausflug in die Höhe, läd ein kleiner Weg dazu ein, durch den Zauberwald der Buggle Bäume zu schlendern. Diese Bäume haben zum Teil einen riesigen Umfang, manche von ihnen sind sogar hohl, sodass sie wie eine kleine Wohnhöhle betreten werden können. Jeden Moment rechnet man damit, dass kleine Fabelwesen aus ihrem Versteck kommen und die Märchen aus der Kindheit scheinbar doch wahr sind - einfach zauberhaft!

Zwischen Denmark und Margaret River liegt der Ort Pemperton. Eine Attraktion dieses Ortes ist der riesige mit Spikes versehene Bungle Baum. Die Spikes sind wie eine riesige Wendeltreppe rund um den Baumstamm des Giganten angeordnet. Klettert man an diesen den Baum hinauf, wird man auf zwei Plattformen mit einem wunderbaren Ausblick über den Urwald belohnt. 

Nächster Stop, Surfers Paradise! Eine tolle Erfahrung, die man hier außerdem in Australien machen kann ,ist, auch als Alleinreisender ist man niemals allein, oder aber auch: gerade als Alleinreisender ist man niemals allein. Wo immer man auf andere Menschen trifft, kommt man durch ein nettes "How are ya?" sofort ins Gespräch und sitzt zwei Sätze später mit zuvor völlig Fremden gemütlich bei einem Gläschen Wein zusammen. Kaum zu glauben ist, dass es sich jedes mal so anfühlt, als ob man sich schon ewig kennt.
So ging es mir auch diesmal wieder, ich hatte mein Zelt noch nicht ganz aufgebaut, da hatte ich schon eine Einladung zum Wein und fand mich wenig später in mitten einer Gruppe australischer Surfer wieder, die an diesem Wochenende dem Großstadttrubel ihrer Heimatstadt Perth entflohen sind und hier am Surfers Paradise, ihrer Leidenschaft nachgehen - surfen!

Vom Surfers Paradise aus dauert es etwa eine halbe Stunde, um Yallingup zu erreichen. Hier befindet sich die einzigartige Ngilgi Höhle, die Teil der Geschichte rund um die Traumzeit der Aborigines ist. In ihr wohnt der Legende nach der Wassergeist Ngilgi, die Besichtigung dieser Höhle gehört also schon fast zum Pflichtprogramm eines Wassermanns wie ich es bin! 
Es werden verschiedene Touren angeboten, die durch die Tiefen dieser Höhle führen. Die kürzeste beinhaltet eine halbstündige Einführung in die Geschichte und Gegebenheiten der Höhle und ermöglicht es einem im Anschluss selbständig die oben Gänge und Kammern der Höhle zu erkunden. Die teuerste Variante ist eine vierstündige, geführte Tour durch die Tiefen und Geheimnisee der Höhle. 
Ich habe mich für die erste Variante entschieden und wurde nicht enttäuscht - einfach nur faszinierend, so ein Ausflug unter die Erde.

Das letzte Ziel meines "Down South" Abenteuers sollte Busselton sein. Hier befindet sich der weltweit zweitlängste Bootsanleger aus Holz der Welt, der Busselton Jetty! Das kleine Museum, welches in den blau-weißen Jetty Häuschen untergebracht ist, erzählt die Entstehungsgeschichte des Jettys und macht auf die Schwierigkeiten des Erthalts aufmerksam. Die Strandpromenade am Jetty ist ein fantastischer Ort, zum Eis essen und dabei den Meeresblick zu genießen. Die weißen Papageien, die in den Baumwipfeln am Jetty wohnen, überraschen mit einer einzigartigen Flugeinlage - pure Entspannung!

hugs'n'kisses
kate

Donnerstag, 7. Mai 2015

Als Anhalter bis nach Port Hedland

(Eine Australische Baustelle mitten im Nirgendwo)

BackpackerPack √
Auto (definitiv Vierradantrieb) √
Zelt √
Schlafsack √
Wasser √
Taschenlampe √
Landkarte√
Aufruf: Habe Auto, möchte reisen, 
Kosten werden geteilt,  wer kommt mit? √
Das Ziel vor Augen √

Los geht’s!


Zu einfach? Ganz und gar nicht, genau so funktioniert Backpacking in Australien. Dazu benötigt es nur Reiselust, Aufgeschlosseheit, Teamfähigkeit, Kreativität, Ausdauer und ein klein wenig Mut, um den erste Schritt zu wagen, mit welchem die Reise beginnt. 
Der Plan ist, keinen detaillierten Plan zu haben, es gibt Etappenziele und angehalten wird, wo es besondeers schön ist. Als Anhalter durch Australiens wilden Westen, yhieha!

hugs'n'kisses
kate

Sonntag, 3. Mai 2015

Einfach mal ins kalte Wasser springen!

Perth Garden Festival

"Free the worms!"

(Workshop zum Thema Regenwürmer)

Welcher Aufwand hier in West Australien betrieben werden muss, um Nutz- und Zierpflanzen wachsen und gedeihen zu lassen, ist eigentlich kaum vorstellbar: (Regen-)Würmer werden in speziellen Wurmfarmen gezüchtet, damit sie im heimischen Gemüsebeet ausgesetzt werden können, um dort den Boden lebendig zu halten. Dieser Boden wurde zuvor ebefalls mit viel Aufwand aufbereitet, mit Mulch und Piggy Post (ja genau!) versehen, um den Pflanzen die nötigen Nährstoffe zu bieten. Allerdings sind diese Wurmfarmen auch sehr umstritten, sodass nun Workshops angeboten werden, um die Würmer auf natürliche Weise in den Garten zu locken und sie dort auch zu behalten. Einer dieser Workshops wurde auch auf dem Garden Festival am schönen Svan River angeboten, auf dem ich für meine Mulchingfarm arbeiten durfte. Die Kampanie meiner Kollegin, Debra, hieß "Free the Worms!" und stieß auf so viel Interesse, dass auch ich zahlreichen Interessenten das Konzept erklären sollte. "Learning by doing", ein gekonnter Sprung ins kalte Wasser und wieder um eine tolle Erfahrung reicher.
"Free the Worms!"

hugs'n'kisses
kate


Sonntag, 26. April 2015

Viele Wege führen nach Rom ...

(ein kleiner Einblick in mein "Travel Book")

... oder nach Port Hedland.

Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, einen kleine Plausch mit Australiern zu halten, beispielsweise an einer Supermarktkasse, beim Warten an einer Ampel oder in der frühen Kaffeepause - "smoker" genannt - mit den Kollegen, ergibt sich die wunderbare Gelegenheit die besten Tipps fürs Reisen zu erhalten. Überhaupt ist es hier viel einfacher mit völlig Fremden ins Gespräch zu kommen, da der allgemeinen Grußformel "Hello, how 're ya?", meist schnell ein "Where 'ya from" und "How long 've ya been in 'Stralia" angeschlossen wird und schon ist das Eis gebrochen, denn die Australier lieben ihr Land - zu recht. Es ist ganz ausgeschlossen alle Tipps in der Reiseplaung zu berücksichtigen, außer die Reise soll ein halbes Jahrhundert in Anspruch nehmen. Doch, und das ist der Vorteil, wenn man sich die nötigen Informationen nicht aus dem Internet, sondern von Angesicht zu Angesicht holt, kann man sein Gegenüber fragen, warum ein bestimmter Ort so empfehlenswert ist und was der jeweiligen Person besonders gut gefallen hat. Die Auswahl fällt dennoch schwer, vor allem, wenn nur ein bestimmtes Zeitfenster zum Reisen zur Verfügung steht. 
In meinen Fall ist genau das der Fall, ich möchte innerhalb von drei Wochen von Perth nach Port Hedland reisen und möglichst viel sehen, dort werde ich meine Reiserkasse ein weiteres Mal auffüllen. Aus diesem Grund habe ich mir eine "Bucket List" angelegt, eine kleine, große Liste, mit allem, was ich erlebt und gesehen haben will, bevor ich den Weg zurück nach Europa antrete. 
Bis es soweit ist, stehen mir jedoch, hoffentlich, noch viele Abenteuer bevor.

hugs'n'kisses
kate


Sonntag, 19. April 2015

"It's a mans, mans, mans world"

(tägliches Fitnesstraining im Bush)



Ein sechs Wochen Trainingsplan:
Trainier fünf Tage und pausiere anschließend zwei;

Tag 1
7:00 – 9:00 Military Press (300 Wiederholungen)
Stärkt Schultern, Ober- und Unterarme sowie Brust- und Rückenmuskulatur
  • Füße hüftbreit auseiander
  • Gewicht von 15kg in Hüfthöhe halten
  • Bauch anspannen
  • Arme mit dem Gewicht nach oben strecken

9:30 – 12:00 Kickboxen (15 Einheiten mit je 2 Minuten Pause)
Fördert die Ausdauer, stärkt Arm-, Rumpf- und Beinmuskulatur
  • Kräftige Ellenbogen- und Kniestöße
  • Seitliche Schläge mit der flachen Hand
  • Gezielte kräftige Tritte mit dem Fuß

13:00 – 15:00 Curl and Press (300 Wiederholungen)
Stärkt Rumpf, Oberarm- und Schultermuskulatur 
  • Füße hüftbreit auseinander
  • Je 8kg Gewicht pro Arm halten
  • Arme seitlich an den Körper pressen
  • Beide Unterarme gleichzeitig zu den Schultern beugen
  • Beide Arme gleichzeitig nach oben strecken

15:00 – 16:00 Streching|Yoga
  • Mountains with arms raised
  • Reverse lunge with back extension
  • Sunrise

Tag 2
7:00 – 9:00 Kickboxen (15 Einheiten mit je 2 Minuten Pause)
9:30 - 12:00 Kickboxen (12 Einheiten mit je 2 Minuten Pause)
13:00 – 15:00 Powerwalking
15:00 – 16:00 Streching

Tag 3
7:00 – 9:00 Curl and Press (300 Wiederholungen)
9:30 – 12:00 Military Press (225 Wiederholungen)
13:00 – 16:00 Curl and Press (300 Wiederholungen)
...

Kann ein normal trainierter Mensch dieses Programm über Wochen absolvieren? – Yes you can! … Voraussetzung, ein eiserner Wille. Zugegeben, hätte mir jemand vor nunmehr sieben Wochen erzählt, dass ich das obige Workout sechs Wochen meistern werde, oder es überhaupt nur länger als zwei Tage in Folge durchstehen werde, ich hätte ihn vermutlich für vollkommen verrückt erklärt! Mittlerweile sieht mein Alltag - mein alltäglicher Arbeitsalltag – ebenso aus. Dahinter steckt jedoch kein privater Fitnesstrainer, kein Bootcamp und kein schickes Fitnessstudio, sondern eine Mulch Farm mitten im Australischen Bush. 
So kommt es, dass es sich bei den Gewichten um „Mulch bags“ handelt, die im Akkord auf Paletten gestapelt werden wollen, und der tägliche Kickboxing-Gegner ist ein 1000 Liter „Bulk Bag“. Wahlweise ist dieser Bulk Bag mit Mulch oder „Piggy Post“ gefüllt. Es handelt sich laut Beschreibung um einen Job, der kaum staubiger, streng riechender und  physisch anstrengender sein könnte: „it’s a smelly, dirty and heavy job, candidates must be physically fit“. Kein Wunder also, dass ich in der ersten Woche täglich von meinen ausschließlich männlichen „Mates“ gefragt wurde, warum ich mich für ausgerechnet diesen Job entschieden habe. Die Antwort war jedes mal die selbe, weil ich zu Hause niemals die Möglichkeit haben werde, diese Erfahrungen zu machen und diese Art von Arbeit auszuprobieren.

In diesem Sinne: „This is a mans world, but it would be nothing without a women or a girl. You see, man made the car to take us over the road, man made the train to carry the heavy load, man made the electrolight to take us out of the dark, man made the boat full of water like noah made the arc. […] And after man make everything he can, you know that man makes money to buy from other man. This is a mans world, but it would be nothing, not one little thing without a women or a girl.“ (James Brown)

hugs'n'kisses
kate

Sonntag, 12. April 2015

Host oder Hostel?

(Vier verschiedene Wohnmodelle in nur vier Wochen)


Das Bereisen fremder Orte bringt zwangsläufig die Frage nach einer Bleibe mit sich. Die Möglichkeiten scheinen beinahe grenzenlos und reichen von Ferienwohnung und Hotel zu Flatshare und B&B. Möglicherweise ist Air B&B das Richtige, eventuell aber auch ein Hostel? Schließlich gibt es auch noch das sogenannte Wwoofing, oder doch völlig frei und unabhängig Campen? Alle Möglichkeiten bringen Vor- und Nachteile mit sich, abhängig vom örtlichen Angebot, der eigenen finanziellen Situation und natürlich von den persönlichen Zielen und den angeknüpften Erwartungen an diese Unterkünfte. Ob letztere erfüllt werden, ist dann wieder eine ganz andere Frage, die trotz bester Recherche, meist doch nur von Glück und Schicksal abhängig ist.
Ferienhausbewohner versprechen sich mutmaßlich eine tolle Zeit genau an diesem begrenzten Fleckchen Erde, typische Hotel Bewohner möchten sich vielleicht gerade nicht von alltäglichen Aufgaben aufhalten und sich lieber verwöhnen lassen. Ebenso scheint es mit B&B Gästen, jedoch mögen sie es gemütlich und eher familiär. Flatshare verspricht längerfristige Kontakte zu den "Natives", Air B&B kurzfristige. Wwoofing bietet die Möglichkeit, für Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten und ein Teil der Gemeinschaft zu werden. Campen verspricht Freiheit, Abenteuer und traumhafte Natur. Auch ein Hostel kann abenteuer(lich) sein, manchmal ein Traum und auch mal ein Alptraum. Es bietet die Möglichkeit, schnell Anschluss zu finden, da ein Zimmer meist von sechs bis acht Personen geteilt wird.
Das gute am Reisen ist, dass es einem erlaubt, einfach weiter zu ziehen, wenn es einem nicht (mehr) gefällt. Es gibt kein einschränkendes Zeitfenster von ein oder zwei Wochen und auch kein Muss, an einem bestimmten Ort zu bleiben. Schließt sich die eine Tür, öffnet sich stets eine andere. Entpuppt sich, beispielsweise, das  als "cosy Character Home" angepriesene Air B&B Zimmer als Mausefalle, stehen dem Reisendenden genügend andere Türen offen. Manchmal gehören diese Türen zu einer Farm in mitten grüner Hügel, die Natur und Wildnis versprechen. Besondere Türen öffnen einem einen Ort, an dem Fremde zu Bekannten, Bekannte zu Freunden und Freunde zu einer Art Familie werden. Und wieder ein anderes mal verbirgt sich hinter der Tür ein "acht Personen Messi-Dorm". Dann heißt es, entweder Zähne zusammen beißen bis alle Highlights der Region erkundet sind, oder weiter ziehen. 
Fremantle hat mindestens ein solches Sahneschnittchen von Hostel in petto. Doch außerhalb dieser Bleibe hat die Stadt so viel Charme, dass es sich lohnte kurzzeitig die Zähne zusammenzubeißen. "Freo", ein pitoresker Ferienort, bietet weiße Sandstrände, eine urige Kneipenkultur, den sehenswerten Fremantle Market, Strandbars und kleine Restaurants, in denen Sonnenuntergangs-Jünger und Fisch-Gourmets auf ihre Kosten kommen, ein Yacht- und Fährhafen sowie die Nähe zu Rottnest Island, der Heimatinsel der kleinen Quokkas. 
Rottnest Island lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden, welches ausgeliehen sowie mitgebracht werden kann. Eine Inselumrundung dauert etwa drei Stunden und bedeutet 22km tapfer Berg auf und ab strampeln. Belohnt wird diese Anstrengung kontinuierlich mit atemberaubend schönen Stränden, glasklarem, türkisfarbenen Wasser, wilder Natur und bei einem bisschen Glück mit einem Quokka-Küsschen.

hugs' n'kisses
kate
  

Dienstag, 31. März 2015

März Review

... oder, die ersten vier Wochen Down Under im visuellen Rückblick:


(big cities heartbeat - mein Perth)

Verträumte Vororte nebst überfüllten Stränden, Naturidyll vertreibt Straßenlärm, modernste Häuserschluchten konkurrieren mit traditionellem Handwerk, Meeresbriese vertreibt Gewürzgeruchüberflutung, Chili trifft Honig und BBQ auf Frozen Joghurt, in das pulsierende Stadtleben springen oder an der Küste relaxen, alles ist möglich, nichts ist sicher, sich einfach mitreißen lassen.
In einem einzigen Monat kann so viel wunderbares passieren, die Liste meiner persönlichen Highlights ist lang: ich habe ein rotes 4WD Auto gekauft und bin nun, ganz dekadent, Besitzerin von gleich zwei fahrbaren Untersätzen - einem in good old Germany und einem hier in "Stralia"; der Linksverkehr bereitet mir keine Schwierigkeiten mehr; ich habe ein Känguru streicheln können, habe einen Baum gefällt und eine giftige Spinne besiegt; ich habe Sonnenuntergänge am Meer bestaunen können, habe gelernt einen Reifen zu wechseln und kann den Ölstand kontrollieren; ich habe auf einer Farm gearbeitet und in einem Chor gesungen, der traditionelle indigene Lieder bewahren möchte; ich habe die Rally vor dem Parliament House in Perth gesehen und habe in den Perth Hills einem kleinen Privatkonzert, unplugged, mit Blick über die City bei Nacht, gelauscht und habe viele tolle Menschen kennenlernen dürfen - Danke! 

hugs'n'kisses
kate


Mittwoch, 25. März 2015

Ein "Örtchen" mit Ausblick

(bizarres "Örtchen" der Ruhe und Stille)

Wer ein richtiger Aussi werden will der packt an, mit beiden Händen und "schafft", wie ein echter Schwabe: schaffe, schaffe, Häusle baue.
Ja, ich, gebürtige Schwäbin, möchte ein wirkliches Aussi-Girl werden! Und ja, ich habe ordentlich mit angepackt beim Häusle baue. 
Das besagte Häusle soll ein Gästehaus werden und hat aufgrund seiner gerundeten Ecken den Namen "Bubble" erhalten. Der Baugrund befindet sich etwa zwei Stunden nordöstlich von Perth, "nahe" dem kleinen Ort Toodyay. Schon die Fahrt dorthin, von Perth aus, ist eine Reise wert. Die Strecke führt an einigen der Weinanbaugebiete des Swan Rivers vorbei, ehe sich die Straße mitten durch die Berge und Täler des Bush' schlängelt. Es eröffnet sich einem eine bizarre, eigenwillige Landschaft, deren Vegetation hauptsächlich von Gras- und Eukalyptusbäumen geprägt ist. 
Eigenwillig können auch die Bewohner dieser rot-orangenen Landschaft sein. So gibt es hier, mitten im Nirgendwo, einen ganz besonders eigenwilligen Einsiedler: "Drunken Willy" sitzt Tag und Nacht auf der Veranda vor seiner Blechhütte umringt von einem gläsernen, hochprozentigen Sammelsorium und grüßt die wenigen Vorbeiziehenden stets freundlich. Dass Drunken Willy trotz, oder gerade wegen, seines merkwürdigen Lebensstils, ein wichtiger Teil der Gemeinschaft umliegender Farmer ist, bewies er nicht zuletzt vor einem Jahr. Als ihm um 4:00 Uhr morgens ein, mit Habseligkeiten voll beladener, Pickup auffiel, konnte er dies der Polizei melden - als eiziger Zeuge des Einbruchs in eines der Farmhäuser, wie sich später herausstellte. 
Die Farm, auf der das Bubble errichtet wird, befindet sich auf einem der Hügel, etwa zwanzig Minuten von Drunken Willys Domizil entfernt. Das große Farmhause ist umgeben von riesigen Bäumen und rot-ockerfarbener Erde, es ist mit Natursteinen des Farmgeländes verkleidet und  hat eine riesige Fensterfront, die einen einzigartigen Blick in das Tal erlaubt. Es ist ein ganz besonderer Ort, mit einem ganz besonderen Örtchen. Dieses "Örtchen" gehört zu dem outdoor Badezimmer des Bubble. Es besteht aus einer Blechspiral-Dusche, zwei Badewannen, die unter einem riesigen Eukalyptusbaum  stehen, und dem "Örtchen" - ein hölzernes Toilettenhäuschen. Dieses umgibt die Porzellanschüssel jedoch nur von drei Seiten, sodass einem ein unverbauter Blick auf das schöne Tal gewährt wird, während man in aller Ruhe und Stille seinem Geschäft nachgehen kann. Eben ein ganz besonderer Ort, diese Farm!

hugs'n'kisses
kate


Sonntag, 22. März 2015


Kunst küsst Küste

(Sculptures by the sea @ Cottesloe Beach)

Kunst und manchmal künstlich, mal schüchtern, mal überwältigend, schön aber überlaufen, zum drüber laufen oder aufschauen, frei und gleichzeitig befangen, hölzern sowie rostig, natürlich deshalb pink!

Freitag, 20. März 2015

Wwoofing in den Kalamunda Hills

(Gästehaus "Froggia" inklusive Hängematte)

Wwoofing ist die Abkürzung für "World-Wide Opportunities on Organic Farms" und ist eine feine Sache,um in der neuen Wahlheimat erstmal anzukommen, sich zurechtzufinden und um einen ersten Einblick in die australische Lebensweise und Mentalität zu bekommen. Es funktioniert nach dem Prinzip Arbeit gegen Unterkunft, Verpflegung und ganz viel "aussie experience". Die Bereitschaft, sich auf Land und Leute einzulassen wird durch unvergessliche Erfahrungen und Eindrücke belohnt, die innerhalb der gewohnten "comfort zone" kaum zu machen sind. Keine Pauschalreise, kein Hotelurlaub und keine geführte Tour lassen sich mit solch einem Abenteuer vergleichen!

"Über sich hinauszuwachsen" Duden definiert dies so: "sich durch Wachsen über etwas hinaus erstrecken, sich über etwas erheben; größer werden als etwas; durch Wachsen und Älter-, Reiferwerden überwinden, über etwas hinauskommen, durch Reiferwerden, durch Fortschritte, durch [unerwartete] Steigerung der bisherigen eigenen Leistung übertreffen, über jemanden, etwas hinauskommen;" (Duden.de)

"Über den Tellerrand blicken" bedeutet: "offen sein für Neues, Ungewohntes; weltoffen sein; neue Eindrücke bekommen; sehen, wie andere Menschen leben; einen weiten Horizont haben; die Konsequenzen des eigenen Tuns bedenken; nicht egozentrisch sein;" (Redensarten-index.de)

Genau um diese beiden Dinge geht es beim sogenannten "traveln", sich von der eigenen Bequemlichkeit zu befreien, sich einmal zurückzunehmen, neue und spannende Erfahrungen zuzulassen, Ängste zu überwinden, Mut zu haben, die eigenen Leistungsgrenzen auszutesten, sich immer wieder neu kennenzulernen, die eigene Persönlichkeit reifen zu lassen, weltoffen zu werden oder schon zu sein, ungewohntes zu erlauben sowie andere, anderes und die kleinen Dinge im Leben schätzen zu lernen. Das unterscheidet "traveln" von "on holiday", "reisen" von "urlauben". 
Traveln ist das, was ich will, der Grund warum ich hier bin, hier in Australien!

hugs'n'kisses
kate 


Sonntag, 15. März 2015

Die Wongan Hills



Etwa zweieinhalb Stunden nordöstlich des Großstadt-dschungels von Perth City liegt die verträumte Region rund um die Wongan Hills, mitten im "Bush". Kontrastreicher hätte die erste Woche in Down Under kaum sein können, nach sieben Tagen Sonnenschein, Metropole, Häusermeeren, Shoppingmalls und Straßenstaub eröffnete sich nach einer kurzweiligen Autofahrt eine pittoreske Wildnis geprägt von rotem und ockerfarbenen Sand. Entlang der beinahe verlassenen Straßen, sind von der Sonne ausgebrannte Felder zu sehen - soweit das Auge reicht. Die ausgemergelten Bäume rauschen im Wind und der aufkommende Regen duftet nach neuen Abenteuern. Geliebte Echsen sowie bizarre Hundertfüßler kreuzen die Wege oder lassen sich von Bäumen fallen. In den wenigen kleinen Orten leben sympatische, hilfsbereite Menschen in einer nostalgisch anmutenden Gemeinschaft - ein Flecken Einwanderergeschichte. Es lohnt sich einmal vom Weg abzukommen und an einem der höher gelegenen Aussichtspunkte die unglaubliche Weite dieses Landes auf sich wirken zu lassen oder einmal über einen der scheinbar endlosen Salzseen zu laufen und die Salzkristalle unter den Sohlen knistern zu lassen.
Eine großartiges Wochenende bei waschechten, unglaublich gastfreundlichen Aussis, das viel zu schnell verging!

hugs'n'kisses
kate 

Montag, 9. März 2015

Die Stadt der Träume


(South Perth Skyline @ sudown)

Beschreibe dich selbst in einem Satz: Kronisches Fernweh und Reisefieber. Fieber und Grippe plagten mich pünktlich zehn Tage vor Abreise, während des Flugs und die ersten Tage in Australien. 

Fieber auf Reisen - Reisefieber - Reise - Fieber - fiebern - reisen - auf Reisen fiebern - für das Reisen fiebern - fiebern auf Reisen - Fieber - Reise - Traum - Traumreise - Fieberreise - Traumfieber - Fiebertraum! 

Definition Fieberträume: Fieberträume können bei hohem Fieber auftreten. Dann ist der Schlaf so gestört, dass man Träume hat, die so fantastisch sind, wie man sie in gesundem Zustand nicht bekommen würde. (fieber.de)

Ich hatte einen Traum, den Traum, eine Stadt zu bauen, ein Luftschloss, einen Ort, eine Kollagen all meiner liebsten Reiseziele - ein Rezept zum Träumen:

Rezept zum Träumen

1 Tasse Ibiza
1 Tasse Barcelona
1 Tasse Curaçao
1 pck Willemstad
1 TL Amsterdam
1 Messerspitze Paris

In einer großen Schüssel alle Zutaten vorsichtig unterheben und bei 35°C langsam zu einer Stadt namens Perth backen lassen. 

Perth ist tatsächlich überwältigend, ein urbaner Dschungel, der erforscht werden will - I'm an urban jungle explorer. Ich fühle mich momentan noch wie in einem wunderschönen Fiebertraum. Ein Fiebertraum mit australischer Handynummer, australischem Bankaccount und Tax File Number ;)
Die großartige Aussicht vom Kings Park über die Stadt konnte ich schon genießen, am Cottesloe Beach Sonne tanken, den Sonnenuntergang am Swan River bewundern und momentan im Park vor dem Government House relaxen. 

"Gimme sunshine and I waist my time ..."

hugs' n'kisses
kate




Sonntag, 1. März 2015

Die Kunst des Reisens

"Das Ziel vor Augen" und ein kleiner Bücherberg der 2014 noch erklommen werden musste;

Etwa ein Jahr ist es nun her, dass ich den Entschluss fasste, meinen Traum zu verwirklichen: Einmal in einer Stadt am anderen Ende der Welt zu leben, sie zu erkunden, mich von ihr inspirieren zu lassen, über den europäischen Tellerrand zu schauen und meinen Horizont zu erweitern. Ich möchte andere Kulturen und letztendlich dadurch mich selbst ein bisschen besser kennenlernen, mein Leben um neue Erfahrungen bereichern,  die eigenen Grenzen überschreiten, gleichzeitig meinen Blick auf das Wesentliche fokussieren, welches im allgemeinen gerne mal mehr und mal weniger aus den Augen verloren wird: Das süße Leben "la dolce vita", die Kunst, Kultur, Sprache und  die Schönheit der Natur.
Die Eindrücke meiner Reise möchte ich in diesem Blog festhalten, sei es sprachlich, durch Fotografien oder Videos, Zeichnungen oder Collagen. Es soll eine kleine digitale Sammlung entstehen: Die Kunst des Reisens.

Ich möchte euch einladen, diese Reise mit mir anzutreten, mich zu begleiten, wenn auch nur aus der Ferne: You and me and Oz!

hugs´n´kisses
kate